Die aktuelle Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zeigt eine Entwicklung, die zum Nachdenken anregt: Der Konsum von Nikotinprodukten wie E-Zigaretten und Vapes nimmt unter Jugendlichen wieder zu. Gleichzeitig steigen bei jungen Erwachsenen die Erfahrungen mit illegalen Drogen, insbesondere mit Kokain. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Suchtprävention weiterhin eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe bleibt.

Gerade im Berufsschulalter befinden sich viele junge Menschen in einer Lebensphase voller Veränderungen. Der Einstieg in die Ausbildung, Leistungsdruck, Zukunftsfragen und soziale Herausforderungen können belastend sein. In solchen Situationen besteht das Risiko, dass Suchtmittel als vermeintliche Bewältigungsstrategie genutzt werden. Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass psychische Gesundheit und Suchtverhalten eng miteinander verbunden sind: Wer seine eigenen Gefühle besser versteht, Stress gesund bewältigt und über ein stabiles Selbstwertgefühl verfügt, entwickelt wichtige Schutzfaktoren gegen riskantes Konsumverhalten.
Genau hier setzt You!Mynd an. Unsere Präventionsangebote für Berufsschulen stärken junge Menschen nicht nur im Umgang mit psychischer Gesundheit, sondern fördern gezielt Schutzfaktoren wie Selbstbewusstsein, Selbstreflexion und Suchtkompetenz. In unserer Mynd!Class setzen sich Schülerinnen und Schüler mit ihren eigenen Stärken und Schwächen auseinander, reflektieren die individuellen Ursachen und Reaktionen von Stress und entwickeln Strategien, um auch in herausfordernden Situationen gesunde Entscheidungen treffen zu können.
Aktuell entwickeln wir unser Präventionsangebot gezielt weiter und bauen ein eigenes Suchtmodul aus. Dabei nehmen wir sowohl stoffgebundene Süchte – beispielsweise den Konsum von Nikotin, Alkohol, chemischen Drogen oder anderen Suchtmitteln – als auch nicht-stoffgebundene Süchte in den Blick. Insbesondere Themen wie Social-Media-Nutzung, Smartphone-Konsum und Gaming gewinnen im Alltag junger Menschen zunehmend an Bedeutung und stellen neue Herausforderungen für ihre mentale Gesundheit dar. Unser Ziel ist es, Jugendliche frühzeitig für diese Risiken zu sensibilisieren, ihre Suchtkompetenz zu stärken und sie dabei zu unterstützen, einen reflektierten und gesunden Umgang mit analogen wie digitalen Konsumformen zu entwickeln. Mit dem neuen Suchtmodul reagieren wir gezielt auf die aktuellen Herausforderungen und Bedarfe junger Menschen und setzen das Angebot bereits im Herbst 2026 erstmals an Berufsschulen um.
Prävention gelingt jedoch nur gemeinsam. Deshalb richtet sich You!Mynd nicht ausschließlich an Schülerinnen und Schüler, sondern unterstützt mit dem Psychoedukationsseminar für Lehrkräfte Mynd!Coach auch Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte. Durch praxisnahe Fortbildungen und Informationen sensibilisieren wir für Warnsignale, vermitteln Handlungssicherheit und zeigen auf, wie psychische Gesundheit und Suchtprävention nachhaltig im Berufsschulalltag verankert werden können.
Die Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie unterstreichen einmal mehr: Prävention darf nicht erst beginnen, wenn Probleme sichtbar werden. Sie muss junge Menschen frühzeitig stärken, Kompetenzen fördern und Räume schaffen, in denen offen über mentale Gesundheit und Sucht gesprochen werden kann. Genau dafür engagiert sich You!Mynd – gemeinsam mit Berufsschulen, Lehrkräften und starken Partnern für eine gesunde und resiliente Generation.
Für die Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) wurden von April bis Juli 2025 insgesamt 7.001 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt. Quellen und weiterführende Informationen zu Studienergebnissen finden Sie hier:
Drogenaffinitätsstudie: Mehr Jugendliche rauchen und vapen
Studie: Mehr junge Menschen machen Drogenerfahrungen | tagesschau.de




